Tübingen, die Stadt am Neckar, lädt bereits seit vielen Jahren zum Erstligarennen an die Eberhardsbrücke. Das Rennen ist auf Grund seiner Streckentopographie und vielen Zuschauern bei den Sportlern sehr beliebt. Gleichwohl hatte unsere Mannschaft an selbigen Ort auch schon schwere Stunden zu verdauen. Nach dem gelungenen Saisonauftrakt im Kraichgau am 30. Mai diesen Jahres, reiste die Mannschaft mit einem 9. Tabellenplatz und viel Motivation nach Tübingen. Neben unserer Nachwuchshoffnung Stig Rudolph komplettierten Lawrence Martindale, Alexander Kull und Theo Sonnenberg das Renntagsaufgebot. Lawrence, der das Rennen im vergangenen Jahr Platz 12 erreichte, reiste aus Leeds mit guten Erinnerung im Gepäck zur Mannschaft. Anders sah die Gemütslage beim Jüngsten aus. Stig gab nach dem Rennen zu:

"Ich war heute früh nach der Teambesprechung dann richtig nervös."

Der Schwimmstart, ein sehr entscheidender Moment im Rennen, sollte für alle gut verlaufen. Stig orientierte sich am erfahrenen Alex und positionierte sich gut. Lawrence machte das was er am besten kann, vorne weg schwimmen und Theo geriet schnell in die berühmt-berüchtigte Waschmaschine. Während Lawrence das gesamte Feld in Richtung Wendeboje anführte, Alex und Stig sich hinter der ersten kleinen Spitzengruppe schnelle Beine gesucht hatten, musste Theo an der ersten Boje harte Schläge einstecken. Schläge die ihn auf dem Rückweg schwer zusetzten und ihn trotzdem auf Platz 35 aus dem Neckar steigen ließ. Taktisch bedeutete es für ihn, die dritte kleine Radgruppe zu halten und den Anschluss nach vorn nicht zu groß werden zu lassen. Lawrence, Zweiter nach dem Schwimmen, setze sich in der achtköpfigen Spitzengruppe fest und diktierte durch viel Führungsarbeit entscheidend das Tempo. Nach ca. einer von vier Radrunden hatte sich die Spitzengruppe gefunden, kreiselte gut durch und baute den Vorsprung auf die große Verfolgergruppe aus. Die harten Schläge immernoch nicht verarbeitet, kämpfte sich Theo dennoch mit aller Mühe in diese Gruppe vor und fand dort seine Teamkollegen Alex und Stig.

"Radfahren war richtig hart. Ein Schlüsselmoment war, als ich dann endlich in der Gruppe saß und Windschatten hatte. Es war dann trotzdem sehr eng und wild! Leider war es in Wechselzone zwei (T2) nicht so gut. Ich bin erst nicht in meine Schuhe gekommen und mein Fahrrad ist umgefallen. Ich konnte dann allerdings gut in den Lauf finden, mich sogar noch steigern und auf der Bergabpassage, einem weiteren Schlüsselmoment des Rennens, noch ein zwei Plätze ins Ziel gut machen." fasste Stig die zweite Hälfte seines zweiten Erstligarennens zusammen.  

Anders als Stig, legte Lawrence einen überragenden Wechsel auf den blauen Teppich der ersten Triathlonbundesliga hin und nahm in Führung liegend die abschließenden 5km durch die profilierte Tübinger Altstadt in Angriff. Dicht gefolgt von Valentin Wernz (Hylo Team Saar), dem späteren Tagessieger, Fabian Kraft (DSW Darmstadt) und Leo Fernandez (Metallart Team AST Süßen) befand er sich in hochkarätiger Gesellschaft. Das hohe Lauftempo konnte er jedoch nicht lange mitgehen und musste die Gruppe ziehen lassen. Ähnlich wie Alex, Stig und Theo ließ er sich allerdings nicht unterkriegen und kämpfte um jede Platzziffer. Während seine drei Teamkameraden unaufhörlich überholten, fand auch Lawrence seine zweite Luft. Zwischendurch bereits verlorene Kontrahenten sammelte er auf der zweiten Runde wieder ein und lief auf einem überragenden 7. Platz über die Ziellinie - dicht gefolgt von Alex Kull, der mit 14:46min die schnellste Laufzeit des Teams ins Tübinger Kopfsteinpflaster zauberte. Etwas überraschend und dennoch verdient, komplettierte Stig das Mannschaftsergebnis mit Platz 27. Dadurch kam unser Vierter im Bunde, Theo Sonnenberg, nicht mehr in die Wertung und rannte in 15:16min noch zu Platz 29. Mit vier Sportlern in den Top30 war unser sportlicher Leiter Tom Eismann sichtlich zufrieden. Er resümierte den Tag gewohnt nüchtern und trotzdem mit großer Lust auf mehr:

"Das war heute keine Überperformance an irgendeiner Stelle. Es war ein Rennen bei dem wir Alle ganz normal unser Leistungsniveau abgerufen haben und alle Punkte, die wir richtig machen mussten auch richtig gemacht haben. Was mich besonders freute, dass alle Jungs mit ihrer Leistung zufrieden waren und trotzdem selbstkritisch Verbesserungspotentiale erkannten. 30 Punkte nach zwei Rennen hatten wir noch nie, das lässt uns in Hannover etwas freier aufspielen.“

Durch die mannschaftliche Glanzleistung erkämpften sich die Jungs das zweite Mannschaftspodium der Vereinsgeschichte. Bereits 2024, im Saisonfinale von Hannover, teilte sich die Mannschaft mit dem DSW Darmstadt das Podium. In Tübingen konnten sie das Team aus Darmstadt dieses Mal um drei Platzziffern schlagen und mussten sich den dritten Treppchenplatz nicht mehr teilen. Durch Platz 9 beim Auftaktrennen im Kraichgau und Platz drei in Tübingen sammelte das Team nun bereits 30 Zähler und arbeitete sich damit auf den 7. Tabellenplatz vor. Ein Rang, der auch für das nächste Bundesligarennen eine Zielvorgabe ist. Dann stehen unsere Jungs bei den deutschen Meisterschaften auf der Triathlon-Sprintdistanz am Start. Denn am 26.07. startet die Triathlonbundesliga im Rahmen der FINALS und freut sich über die Liveausstrahlung in der ARD und dem ZDF.

 
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Ergebnisse Mannschaft
Scoreboard
Relive des Rennens